Hinweis

Methodik

Im Folgenden möchte ich einen kurzen Einblick in meine Methode, meine Art zu Unterrichten geben

Ansatzpunkt meiner Methodik sind im Prinzip drei Hauptelemente die getrennt voneinander zu betrachten und erlernen sind und später über das Unterbewusstsein automatisiert auf dem Instrument, zusammengesetzt angewandt werden. Dabei handelt es sich um angewandtes Wissen in Verbindung mit funktionaler, spezifischer Körperarbeit und Entspannung. Es ist wichtig sich über die Funktionsweise des Instrumentes an sich und unseres Körpers im Vorfeld gründlichst zu informieren um ein adäquates Resultat des täglichen Übens zu erzielen. dadurch läßt sich enorm Zeit sparen bei den täglichen Praxis und es werden mit angewandtem Wissen auch fehlerhafte Körperfunktionalitäten nicht aufoktruiert, eingespeisst. Durch unser tägliches Üben bringen wir unserem Körper täglich aufs neue Techniken bei die er immer wieder reproduziert. Sollten wir unserem Körper täglich etwas "falsches" beibringen, so z.B. bei "falschem" Üben wäre dies sogar kontraproduktiv.
Unser Instrument(Das instrument an sich und unser Körper) sollten eine Einheit bilden und wenn etwas nicht funktioniert, wie wir uns es vorstellen liegt es in den wenigsten Fällen am Instrument, sondern an uns. Dies sollte uns immer gegenwärtlich sein. Unser Instrument funktioniert nach physikalischen und anatomischen Gesetzen!! Deshalb ist es wichtig sich diese Teilaspekte zuerst gesondert zu betrachten. Unser Üben auf dem Instrument, zudem ich in einem späteren Kapitel komme sollte parallel laufen und sich nicht direkt mit obigem gedanklich befassen. Wenn es automatisiert ist wird es von ganz alleine in unser tägliches "Spiel" eingreifen und es positiv verändern.
Unser Instrument funktioniert nach physikalischen Gesetzen, und wenn ich von "unserem Instrument" spreche meine ich hauptsächlich unseren Körper. Es handelt sich um ein Blasinstrument, welches schon impliziert das der Umgang mit der "Luft" von bedeutender Wichtigkeit ist.

Zum Verständnis folgende Grundregeln:

Je schneller die Luft desto höher der Ton
Je mehr Luft desto lauter der Ton
Das Zusammenspiel zwischen Luftmenge und Luftgeschwindigkeit bildet den individuellen "Klang".

Luftmenge und Luftgeschwindigkeit werden bei uns im Körper eingestellt und die Lippe bildet nur die Membran an der sich die ankommende Luft äußert. Sprich kommt die Luft direkt schnell an der Lippe an ertönt ein hoher Ton, Kommt viel Luft an der Lippe an wird der Ton laut. natürlich ist dies stark vereinfacht aber das Prinzip ist klar. Deswegen kann die Lippe in den wenigsten Fällen etwas dafür wenn uns auf dem Instrument etwas nicht so gelingen mag wie wir es uns wünschen.
Die Anatomie unseres Körpers, vorallem den Atemapparat gilt es im besonderen unter die Lupe zu nehmen um zu wissen wie wir "Atmen". Diese Form der Atmung ist für das Blechblasen ungeeignet und muss gezielt geübt werden wobei man auf körpereigene Reflexe, Automatismen zurückgreifen kann, diese als Basis nehmen und sie für das "Blechblasen" optimieren kann. Prinzipiell muss man Einatmung und Ausatmung zuerst einmal voneinander isoliert betrachten um zu erkennen wie sie funktionieren.

Einatmung:
Jedwede Körperarbeit geht in unserem Körper von Muskeln aus, ob bewusst oder unbewusst eingesetzt arbeiten diese Muskeln in einem gesunden Körper nach klar definierten Regeln. Sie können sich dehnen und zusammenziehen. Im Prinzip gibt es (stark vereinfacht) zwei Einatmungsmechanismen, die Einatmung uber das Zwerchfell(unserem primären Einatemmuskel) und die Einatmung über die Zwischenrippenmuskulatur. Erste ist für uns als Blechbläser in der Regel vollkommen ausreichend um das Instrument bedienen zu können. Deshalb befasse ich mich hier erstein mal nur mit der Einatmung über das Zwerchfell. Das Zwerchfell ist ein Muskelhäutchen welches den Bauchraum vom Brustraum trennt. Beim atmen senkt sich das Zwerchfell nach unten, wobei ein Unterdruck entsteht und dieser bewirkt, dass Luft in die Lungen aufgenommen wird. Die Lunge ist ein passives Organ und vergrößert sich dadurch nur geringfügig (Vorstellung wie bei einem Schwamm, der sich mit Wasser füllt) Bei einer "sauberen" Einatmung mit dem Zwerchfell dehnt sich die Flanken und der Bauch, selbst in der Nierengegend läßt sich ein Weiten nach aussen erkennen. Diese Dehnung ist nur deshalb , weil sich das Zwerchfell nach unten bewegt und den ohnehin schon sehr engen raum noch kleiner macht. Also, fälschliche Anmerkungen man solle in den Bauch atmen sind zwar bildhaft richtig, anatomisch aber vollkommener Nonsens. Ausatmung: Während die Ausatmung im Normalfall eine passive Körperarbeit ist im täglichen Leben muss sie für das "Blasen" auf dem Instrument zu einer aktiven Arbeit werden. Aktives Ausatmen gegen einen Widerstand. Hier kann man sich körpereigene Reflexe zu nutze machen. Der Körper kennt einige "Programme" aktiven Ausatmens gegen einen Widerstand, z.B. dem Husten. Dies ist eine aktive Arbeit wobei der Widertand die Stimmbänder sind. Beim "Blasen" sollte der Widerstand unsere Lippen sein, was man durch gezieltes Üben erreichen kann. Wie für jede körperliche Aktivität braucht man auch für das aktive Ausatmen einen Muskel. Dies sind verscheidene Muskelpartien und ich beschränke mich hierbei (wieder stark vereinfacht) auf eine Muskelpartie, die vollkommen ausreichend ist zu betrachten, wenn sie gezielt eingesetzt ist. Es handelt sich um die Flankenmuskulatur. Diese dehnt sich beim Ausatmen reflexartig aus und übt somit einen Druck auf die untere Lungenhälfte aus, was bewirkt das der Luftstrom in gang gesetzt wird und die Luft nach oben und später aussen linear strömen kann (bei konstantem Druck nach dem Ausatemimpuls. (Dies alles ist, wie oben erwähnt stark vereinfacht. Das wissen darum reicht aber vollkommen aus um das Instrument adäquat zu bedienen) Lippen:
Die Lippen müssen nur eines leisten, der Luft eine adäquate Gegenkraft zu bieten um schwingen zu können und diese Schwingungen auf das Isnstrument zu übertragen.

Zunge: Die Zunge hat grundsätzlich drei Funktionalitäten für die Sie beim Betreiben des Instrumentes optimiert werden muss.
1. Tonhöhe 2. Luftführung
3. Artikulation Die Zunge ist dafür verantwortlich die Luft schnell zu machen, wobei sie sich nach oben und unten im Gaumenraum bewegen kann und somit den Luftkanal enger oder weiter machen kann, was bewirkt, dass sie Luft bei konstanten Druck von unten, schneller oder langsamer gemacht werden kann. (Bild: öffnung verkleinern bei einem Gartenschlauch). Die Zunge ist dafür verantwortlich die Luft, die aus der Luftröhre kommt zielstrebig und ohne Verlust, linear zur Lippe zu bringen.
Die Zunge hat obendrein die Aufgabe, den Luftstrom zu unterbrechen um Artikulieren(z.B. "Stossen") zu können. Dies sollte so schnell wie möglich und mit kleinster Bewegung funktionieren.
Stimmbänder: Die Stimmbänder haben beim "Blasen" eine wichtige Funktion und zwar die Luftmenge zu regeln. Dies geschieht in der Regel automatisch. Weitgeöffnete Stimmbänder bedeutet viel Luft, was widerum bedeutet lauter Ton.
Leider haben die Stimmbänder eine für das "Blasen" negative Eigenschaft, sie öffnen und schliessen sich sobald sich der Luftdruck sprunghaft ändert. Sie sind quasi ein Druckausgleichsventil. Bei ungeübten Bläsern kommt es oft vor dass sich die Stimmbänder schliessen oder auch nur änger werden bevor die Luft an Ihnen vorbei ist, was zur Folge hat, das der Ton quasi im Halse stecken bleibt. Durch beharrliches Üben des Auatmungsreflexes läßt sich dies aber beheben und das Problem das viele Bläser haben, ist behoben.
Unter Körperarbeit verstehe ich das Trainieren, optimieren und erarbeiten der Körperfunktionen die für das Betreiben des Instrumentes relevant sind. So sollte eben das Einatmen, das Ausatmen und die Zunge separat vom Instrument geübt werden dem Körper quasi eingetrichtert werden bis er es nach längerem Übungsprozess auf dem Instrument automatisiert.

Das Einatmen:
Hierbei sollte zuerst in der Position geübt werden in der der Körper am "richtigsten" atmet. (mit dem Rücken auf den Boden legen und die Beine hoch legen auf einen Stuhl, sodass die Knie abgewinkelt sind. In dieser Position sollten zwei Dinge trainiert werden: 1. Die Lockerheit der Flankenmuskulatur 2. Das Ausschalten der Zwischenrippenmuskulatur
Für das Trainieren der Flankenmuskulatur sollte man sich mit abgewinkeltem Zeigefinger in die rechte Flanke unterhalb des Rippenbogens fassen und überprüfen, dass beim Einatmen die bauchdecke sich hebt und die Flankenmuskulatur sich weitet, dies aber unbedingt ohne Anspannung der Flankenmuskulatur von statten gehen muss! Für das Ausschalten der Zwischenrippenmuskulatur sollte ein Finger der rechten ahnd auf der linken Brustseite sich ein Rippenpaar unterhalb des Schlüsselbeines suchen und dazwischen fassen. Beim Einatmen darf hier nichts zu spüren sein!

Das Ausatmen:

Für das Ausatmen, das aktive Ausatmen gegen einen Widerstand sollte man sich zuerst ein körpereigenes Programm ansehen welches der Körper fehlerfrei kann. Hierfür sollte man sich aufrecht auf beide Beine, leicht gespreizt stellen die Schultern locker ein bischen nach vorne fallen lassen und mit der rechten hand sich in die rechte Flanke fassen. Nun sollte man überprüfen was man dort spürt wenn man hustet. Dabei sollte genau beobachtet werden wann, wie und wo genau etwas passiert. - > dies sollte später beim Blasen genauso sein.
Für das "Blasen" auf dem Instrument ist eine "gesunde" Körperspannung nötig. Ein entspanntes Blasen gibt es nicht. Es handelt sich um aktive körperliche Arbeit, gleichwohl diese später nicht mehr als solche empfunden wird, weil die Vorgänge automatisiert wurden und es der Körper als "normal" aufgenommen hat und somit nicht mehr als anstrengend empfunden wird. Mit gesunder Körperspannung ist gemeint, eine aufrechte stabile Position, egal ob im Sitzen oder stehen, wobei darauf zu achten ist, das nur die Muskeln angespannt werden sollten die tatsächlich angespannt werden müssen. Oftmals fängt es schon bei den Zehen an , die sich in den Boden Krallen. Dies sollte beim Üben beachtet werden. Es kann einen Weile dauern bis einem die unnötigen Körperanspannungen auffallen. Durch beharrliches Üben aber wird dies bald bewusst und es kann abgestellt werden. Dieser Aspekt der Gesunden Körperspannung wird oft vernachläßigt, ist aber genausooft ursprünglich für Fehlverhalten beim Betreiben des Instrumentes.
Beim Üben auf dem Instrument ist zunächst gar nichts zu beachten, was obiges betrifft. Sprich es soll unabhängig davon gehalten werden (bis auf die gesunde Körperspannung). Geübt sollte das werden was man nicht kann und nicht das was man schon kann, auch wenn es fürs Selbstbewusstsein manchmal besser ist Gekonntes wieder und wieder zu wiederholen. Die Übungseinheiten sollten lieber klein und dafür öfters, als zu lange am Stück sein, da die Konzentration nachläßt. Bitte auch immer bedenken, dass der Körper nicht weiss was falsch und richtig ist, sprich er speichert ausschliesslich das ab was man ihm tag taglich zeigt. Wenn man also falsch übt merkt sich der Körper das Falsche. Aber keine Panik, auch aus Fehlern läßt sich lernen. Es sollte ein gesundes Bewusstsein entwickelt werden für das was und wie man übt.